|
»» zurück zu Pit's Angelreisen
|
||||
![]()
|
||||
|
Die Zander-Schären
Schwedische Schären und Hechte – das gehört zusammen wie Bud Spencer und Terence Hill. Was aber viele Angler nicht wissen: Die Inselwelt bei St. Anna hat eine neue Attraktion: Zander! Rute & Rolle hat den Schären-Rittern einen Besuch abgestattet. Dienstreisen beginnen – oder enden – meistens mit dem Satz: Ja, letzte Woche...! Kaum in Schweden, schlug ich deshalb meinem Kollegen Matthias Six eine Wette vor: Der Spruch kommt bestimmt, hältst du dagegen? Schade, er wollte natürlich nicht. Trotz dieser kleinen Unkerei war die Stimmung an Bord auf dem Siedepunkt. Die drei mitreisenden Freunde Volker, Uwe und Norbert hatten nur noch ein Thema, nein, nicht Hecht – Zander! Dass die schwedischen Schären (Inseln) ein Hecht-Paradies sind, ist ja schon lange bekannt. Aber das mit den Zandern – das ist neu. Als einige Kommunen vor vielen Jahren anfingen, Zander im Brackwasser auszusetzen, war eins noch nicht ganz klar: Wie entwickeln sich die kleinen Stachelritter? Heute weiß man es: prächtig! Was allerdings nicht viele Gastangler wissen. Denn nach dem Hechtreigen im Frühjahr kehrt auf den Schären Ruhe ein. Wer hat denn schon Zander an der Küste auf dem Zettel. Wir natürlich! Und die Räuber wurden auf dem Weg von Trelleborg Richtung Søderköpping südlich von Stockholm gedanklich immer größer. Die genaue Wegbeschreibung des Reiseveranstalters brachte uns schnell ins Ziel. Peter Gaidos von Pits Angelreisen erwartete uns schon vor unserem Traumhaus auf den Klippen. Die Begrüßung war so herzlich wie die Aussichten niederschmetternd: Im Moment läuft nicht viel – die Zander laichen noch! Schade, dass Matthias nicht gewettet hat. Allerdings kam auch nicht der übliche Spruch: tja, letzte Woche, da ging hier die Post ab. Tatsache war auf jeden Fall: Durch den extrem langen Winter und die
niedrigen Temperaturen waren die Zander mit ihrer Hochzeit sehr spät dran.
Macht nichts, schließlich hatten wir eine Woche Zeit. Entschädigt wurden
wir auf jeden Fall schon mal von dem traumhaft gelegenen Haus, mit einer
Aussicht, wie man sie nur selten hat: Wasser, Inseln und Wälder, so weit
das Auge reicht! Hier musste einfach was gehen! |
||||
|
Zander im Visier Das Wetterpech klebte wirklich wie Pech an unseren Hacken. Unsere erste Ausfahrt endete in einem Wolkenbruch, wie wir ihn nur selten erlebt hatten. Nachts fielen die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt. Völlig ungewöhnlich, meinte Pit, sonst würden sie um diese Zeit nur in kurzen Hosen herumlaufen! Aber die Fangberichte der vergangenen Saison trieben uns immer wieder raus. 22 und 17 Pfund – das waren die beiden größten Zander im letzten Jahr. Fürwahr gewaltige Fische.
Aber unsere Zanderposen dümpelten wie im Trockendock. Ein paar zaghafte Bisse auf Köderfisch – mehr wollte einfach nicht laufen. Spannung gab’s zwischendurch aber immer wieder durch schöne Hechte, die den Gummifisch nicht so ohne Weiteres davonkommen lassen wollten. Gibt’s hier überhaupt Zander? Hans, ein Gastangler aus Bayern, belehrte uns eines Besseren: Stolz präsentierte er uns aus heiterem Himmel einen schönen 4-Pfünder. Doch sollte das schon alles sein? Um uns zu überzeugen, legten die Besitzer der Ferienhäuser ein rund 100 Meter langes Netz aus. Was da nächsten Morgen in den Maschen hing... Über 20 Zander zwischen 3 und 8 Pfund landeten im Boot, und das Schönste: Die größten und meisten kamen dort ans Licht, wo wir die ganze Zeit über gefischt hatten. Also wollten sie wirklich nicht.
|
||||
Hecht – auch nicht schlecht! Durch Zufall entdeckten wir eine schnuckelige Schilfbucht. Ob da wohl ein paar Hechte zu Hause waren? Die Antwort erfolgte nach den ersten Würfen. Norbert verlor gleich einen richtigen Hammer – wohl den Fisch der Tour. Aber die Hechte, die den Kürzeren zogen, konnten sich auch sehen lassen. Am letzten Tag ließen wir Zander Zander sein und starteten eine gezielte Hecht-Aktion. Und da kamen sie: Räuber zwischen 60 und 90 Zentimetern, wobei noch ein Brummer von rund 15 Pfund direkt am Boot ausstieg. Bevor mal wieder der große Regen kam, hatten wir bereits 13 Hechte aus dem Schilf locken können, 6 oder 7 gingen noch im Drill verloren. Alle Hechte wurden schonend wieder zurückgesetzt. Nicht dass sie irgendwie Pickel gehabt hätten. Aber auch sie hatten spät abgelaicht und somit wenig Speck auf den Rippen. Zudem wird es gerade in den Schären immer wichtiger, den Großteil der Hechte wieder in die Freiheit zu entlassen. Zu groß war der Raubbau in den letzten Jahren, vor allem durch deutsche Angler. In vielen Gebieten wurden deshalb Schonzeiten und Mindestmaße eingeführt, um die Bestände zu retten! Gastfreundschaft kann man auch ausnutzen!
|
||||
| Schären-Schnitt Die Woche verging trotz der enormen Zurückhaltung der Zander wie im Fluge. Die tolle Lage des Hauses, der perfekte Service von Peter Gaidos, das zwischendurch schöne Wetter und nicht zuletzt die 20 Hechte versüßten unseren Trip. Die Zander waren auf jeden Fall da, direkt vor unserer Haustür. Davon konnten wir uns ja überzeugen. Der nächste Trip ist schon geplant – diesmal werden wir aber erst nach der Hochzeitsfeier die Bühne betreten. Und dann, Zander... Quelle: Rute & Rolle 11/2001 |
||||
|
|
||||