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Hallo Boardies und liebe Anglerboardbesucher,
ich bin noch jung im Club der Mitglieder, möchte mich aber trotzdem gleich einmal als "Reiseschriftsteller"
versuchen und von meiner letzten Tour in den Schwedischen Schärengarten berichten.
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Zur Reise
Bereits zum zwölften Mal fuhr ich Ende Mai Richtung Norden nach Schweden in den Schärengarten auf die Insel Risö.
Wie immer war die Vorfreude riesengroß und die lange Anfahrt von München verlief problemlos.
Über Rostock mit der Fähre nach Trelleborg inkl.
Kabine, daher ausgeruht, kamen wir gegen 12.00 Uhr auf Risö an.
Die Begrüßung vom "Inselherren" Olle und seiner Frau Sissi war wie immer herzlich.
Auf eine Einweisung in die Fischgründe konnten wir verzichten,
da wir das Gebiet mittlerweile sehr gut kannten.
Nur seinen Hinweis "die Heringe sind da" nahmen wir freudig auf.
In aller Ruhe verstauten wir unsere Sachen im Haus und stärkten uns mit
einer "Bayerischen Brotzeit". Eile war nicht geboten da es um diese
Jahreszeit bis 23.00 Uhr hell ist. (Mittsommer). Wir hatten daher noch gute
acht Stunden Angelei vor uns.
Um 15.30 Uhr ging es dann endlich los, allerdings hatte ich vergessen
mein Echolot anzubringen. Machte aber nichts, ich kannte ja die Gegend.
Mit meinem langjährigen Bootspartner Alex steuerten wir die "Hot Spots"
der vergangenen Jahre an. Nichts!! Die Sonne schien und wir hatten so um
die 25 Grad, windstille. Sollte unsere alte Tradition brechen "am ersten
Abend immer Hechtfilet"??
Aber wir hatten ja noch Zeit und Olles Aussage, dass die Hechte gut beißen
stimmte uns zuversichtlich.
Gegen 19.00 Uhr hatten wir zwei Nachläufer zu melden die wir unter die
Kategorie "Babyhechte" einstuften. Also nicht unbedingt geeignet unsere
Stimmung zu heben. Eine SMS von unseren Freunden mit der freudigen
Botschaft "vier Hechte im Boot, Abendessen gesichert", stimmte uns
wieder fröhlicher. Dennoch, Schneider am ersten Urlaubstag waren wir noch nie.
Die Wahrscheinlichkeit stieg aber, mittlerweile war es nämlich schon nach 20.00 Uhr.
Unsere Fangstatistik änderte sich auch bis 21.00 Uhr nicht, so brachen wir dann
doch etwas müde von der Anreise und mit einem Bärenhunger unseren ersten
Angeltag ab. "Schneider"!!
Gott sei Dank hatten unsere Kollegen insgesamt 7 Stück erbeutet, davon vier
entnommen und somit unsere Hüttenehre gerettet. Es gab wie immer Hechtfilet!
Nach dem Essen Krisensitzung bei Alex und mir. "Wenn morgen die Hechte wieder
nicht beißen, dann machen wir uns über die Heringe her" war unser Motto.
Eine Flasche Rotwein war mein Seelentröster!
Der nächste Tag
Am nächsten morgen…….wieder Sonne, wieder kein Wind, keine Wellen. Die Zeichen
standen auf "gaaaaaaaanz schlecht". Heimlich steckte ich mein Heringspaternoster
ein. Diesmal ging es an die Schilfkanten wo Hans und Ernst am Vortag geangelt
hatten. Alex und ich hatten es am felsigen Ufer und an Untiefen versucht.
Kaum zu glauben aber war, beide hatten wir beim ersten Wurf (Mepps silber) einen Hecht.
Über die Größe schweige ich. Wir drillten gemeinsam und dachten dass dies ein super Tag
wird. Es sollten für vier Stunden die einzigen Hechte bleiben. Kein Gummifisch, kein
Spinner, nichts konnte die Hechte überzeugen.
Ein Anruf meiner Frau "in München regnet es in Strömen" verbesserte unsere Laune sichtlich.
Wir beschlossen nun den Heringen einen Besuch abzustatten, irgendwas muss ja an die Angel.
Die Heringe standen in unglaublichen Mengen über Grund. In einer Stunde hatten wir so
ca. 150 Stück!!! Wenn uns jetzt jemand gesagt hätte, dass wir diese Marke mit Hechten
in dieser Woche übertreffen werden, den hätten wir für verrückt erklärt.
Wir fuhren dann zur Hütte um die Heringe zu versorgen. Ernst und Hans meldeten uns per
SMS 11 Hechte. Davon zwei "Neunziger"!! Boot 1 lag somit mit 18 zu 2 in Front!!
Wir stehen hier und putzen Heringe und die zwei fischen uns in Grund und Boden meinte
Alex. Außer einem Sonnenbrand haben wir uns nicht eingefangen war mein Kommentar.
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Neuer Versuch
Das Abendessen war gesichert, heute wird es Heringe geben. Lecker, ganz frisch in
Öl angebraten. Wir waren Stolz auf uns!!! Hechte kann ja jeder fangen.
Ob dem so ist wollten wir dann gegen 16.00 Uhr versuchen.
Wir änderten unsere Taktik, verließen das Boot und besuchten kleinere Inseln um
vom Ufer aus zu fischen. Als Köder: Toter Hering am System. Uns siehe da,
es klappte! Wir hatten Biss auf Biss. An der ersten Schärkante, so in drei Meter
Tiefe, da standen unsere Freunde.
Wir fingen an diesem Tag noch 21 Hechte!!!! Alle so zwischen 50 und 75 cm.
Keine Großen, aber immerhin.
Hans und Ernst konnten in Summe 14 Hechte melden, somit hatten wir am zweiten
Urlaubstag bereits 44 Stück!
Boot 2 lag mit 23 zu 21 Hechten und mit ca. 150 Heringen in Führung!
An diesem Abend diente der Rotwein zum Feiern und nicht als Seelentröster!
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Die Holzbrücke
Am nächsten Tag war es noch wärmer, ja eigentlich zu heiß. Vor allem, wenn man
in den Windschatten der Inseln kam. Aber da sollte man eh nicht fischen. Ja, der
Wind war da und er war gut, leichter bis mäßiger Wellenschlag. Alex und ich
fischten wieder von kleinen Inseln und wieder mit Hering am System……..wie so
oft im Schärengarten: Was gestern noch gut war, bringt heute keinen Biss mehr.
Als wir gerade überlegten was wir tun sollten (wieder Heringe fangen) kam ein
Anruf von Hans: "Kommt zur Holzbrücke ans Schilf, die beißen heute wie verrückt"
Nach 20 Minuten Fahrt waren wir da, hier konnte man wunderbar die Drift ausnützen
und sich am Schilf entlang treiben lassen. Ideal. Die Wellen klatschten ins Schilf,
das Wasser war aufgewühlt und die Hechte bissen auf alles, Köder war egal. Jeder
fing und das Schönste, wir hatten einige gute Barsche als Beifang.
Wir fingen bis 15.00 Uhr 28 Hechte, sechs mussten wir entnehmen. Allerdings waren
wir mit der Größe nicht so sehr zufrieden. Keiner über 80 cm. Ein paar Gute die an
diese Grenze kratzten, aber wo war der Meterhecht?? Der Wind ließ dann nach und es
war vorüber mit der Beißlaune. Jetzt wurde es sehr heiß und wir beschlossen für
heute aufzuhören. Auf dem Heimweg fingen wir noch einen Eimer Heringe, wir hatten
ja genügend Zeit sie zu versorgen.
Bilanz am Montagabend: 72 Hechte!! 40 für Boot 2 und 32 für Boot 1. Ohne den Anruf
von unseren Freunden wären wir an diesem Tag wohl leer ausgegangen.
Wir bekamen am Abend Besuch vom Nachbarhaus. Die Armen hatten bis jetzt zu sechst
lediglich vier Hechte und meinten, das dass Gebiet leergefischt sei.
Unseren Erzählungen schenkten sie wenig Glauben.
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Die große Hitze
Den Dienstag und Mittwoch brauche ich nicht besonders ausführlich erwähnen. Sonne
pur, keine Wolke am Himmel und ca. 30 Grad. In Deutschland regnete es immer noch!
Wir versuchten es auch nicht lange, es ging nichts. Fast nichts, in den
Abendstunden gingen ein paar gute Barsche an den Haken. Wir beschlossen daher die
Tage mit Grillen und dem Bayerischen Kartenspiel "Watten" zu verbringen. Wir
hatten ja Urlaub!
Das "Nachbarhaus" ließ sich aber nicht beirren uns sie fischten fleißig weiter.
Respekt!!
Am Mittwochabend kamen sie wieder mit etwas besserer Laune und furchtbaren
Sonnenbrand zu uns. 98 cm war nun die Bestmarke!! Mittags in der größten Hitze,
im ganz flachen Wasser. Auch ein paar gute Achtziger waren dabei und einer mit
knapp über neunzig. Die Burschen waren so richtig glücklich und spotteten über
uns weil wir im Schatten unter den Bäumen saßen. Unsere selbst auferlegte
"Auszeit" war wohl doch nicht die richtige Entscheidung, außerdem war heute
schon Freitag was unseren Biervorrat betraf!!
Endlich am Donnerstag die ersten Wolken!! Ziemlich steife Brise, aber immer
noch recht warm. Zum ersten Mal fuhren wir vor 08.00 Uhr raus (Langschläfer).
Das sollte sich auszahlen. Es war dies einer jener Tage die man so schnell nicht
vergisst! Wir fingen und fingen. Hechte und Barsche, die Beißlaune war
sensationell! Bis Mittag hatten Alex und ich 35 Hechte!! Ob am Schilf
oder an den Untiefen, egal, sie standen bzw. bissen überall. Aber wieder war
keiner über 90 cm dabei.
Wir trafen uns an der Holzbrücke zum Mittagsessen mit Hans und Ernst. Auch sie
hatten gut gefangen. 28 Stück, aber genau wie bei uns war die obere Grenze 90 cm.
Nach zwei Stunden Pause beschlossen wir es im etwas tieferen Wasser
(ca. 8 bis 10 Meter) zu versuchen. Alle fischten wir mit Hering, aber mit
verschiedenen Methoden.
Wir dachten, dass uns der Hering den Kapitalen bringt.
Hans legte seinen Köder auf Grund, ich dagegen fischte wieder mit Hering am
System und versuchte ihn verführerisch über Grund zu zupfen. Hans wurde belohnt,
ich nicht. Er fing auf seine Art zwei Zander!! Keine Riesen, aber immerhin so um
die sechs Pfund. Alex versucht den lebenden Köder (ist ja erlaubt), auch ohne Erfolg.
Die Schilfhechte ließen wir in Ruhe, von der Größe hatten wir genug!
Ergebnis: Nach dem suuper Vormittag fingen wir leider keinen Hecht mehr. Machte
nichts, wir hatten einen sensationellen Tag, zumindest von der Anzahl der
gefangenen Hechte.
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Zwischenergebnis
In unserer internen Bootswertung stand es nun:
Boot 1: 60 Hechte, 2 Zander, 14 Barsche
Boot 2: 75 Hechte, 8 Barsche
Die Heringe nahmen wir aus der Wertung
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Ein super Barsch
Diesmal besuchten wir unsere Nachbarn um mit unseren Fängen zu glänzen. Auch sie
waren sehr erfolgreich und wieder war ein sehr guter Hecht mit 95 cm dabei!!
Wie machen die das bloß, sind doch zum ersten Mal hier??
Leider haben sie auch die etwas kleineren Hechte entnommen, was unser Verhältnis
etwas getrübt hat.
Wir hatten jetzt genug Barsche um uns ein Festmahl zu bereiten. Wann kann man sich
schon einmal so richtig mit Barschfilet sattessen?
Der Freitag sollte noch einmal ein Highlight werden.
Vorab, unsere Nachbarn fingen eine Meerforelle von vier Pfund! Eigentlich viel zu
spät für diese Jahreszeit. Dieses Glück war mir noch nicht vergönnt, obwohl ich
schon so oft auf Risö war. Dafür fing ich den Barsch meines Lebens, 46 cm lang!
Ich dachte erst es wäre eine Meerforelle, war dann enttäuscht als ich ihn gesehen
habe, um mich kurze Zeit später doch so richtig über den Fang zu freuen. So einen
Fisch fängt man nicht jeden Tag. Weiß auch nicht mehr warum, ich ließ ihn wieder
schwimmen.
Alex und ich fingen zusammen 13, Hans und Ernst 17 Hechte. Wobei Ernst ganz knapp
an der Metermarke vorbei geschrammt ist. 99cm Länge. (Köder, Mepps Gr. 5 silber)
Wir haben bestimmt zehn Mal gemessen, aber er wurde nicht länger. Somit bleibt für
ihn der Meterhecht ein Traum. Der Hecht hatte 14 Heringe im Magen und nahm dann
trotzdem noch den Spinner!
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Endergebnis
Boot 1: 77 Hechte, 2 Zander, 16 Barsche
Boot 2: 88 Hechte, 11 Barsche
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Resümee
Wir hatten eine tolle Woche mit sagenhaftem, manchmal zu heißem Wetter.
In Summe fingen wir 165 Hechte und 27 Barsche. Das zweitbeste Ergebnis seit
wir in den Schärengarten fahren. Uns kommt es aber nicht auf die Anzahl der
gefangenen Hechte an, sondern bei uns steht die Erholung im Vordergrund.
Die "interne Bootswertung" machen wir immer um uns gegenseitig etwas anzuspornen
und damit es Gründe gibt ein wenig über die Fänge der Anderen zu lästern.
Der Meterhecht blieb uns leider versagt, für den Herbst haben wir aber schon
wieder gebucht, da soll es dann klappen.
Wenn Ihr wissen wollt wo man die absolute Einsamkeit (nur sechs Häuser) inmitten
einer herrlichen Natur buchen kann? Bei "Pit´s Angelreisen".
Der Service ist wirklich toll, auch vor Ort bei Olle auf Risö. Mit Details will
ich mich nicht aufhalten, die Tatsache, dass wir schon 12 Mal auf Risö waren
spricht für sich.
Ich hoffe Euch hat mein Reisebericht gefallen.
Es grüßt alle Spinnfischer und Schwedenfreunde
Rudi alias "Gaedda"
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